Women on Wheels

Rhön - eine super Alternative!



Ja, genau das ist es doch!
Kurze Rücksprache und (?) klar wir können mit und sind sogar bei Sabins Eltern zur Nächtigung eingeladen. Das fängt ja schon mal gut an.

Als der Wetterbericht dann auch noch sein OK gibt hält uns nichts mehr im heimischen Niederbayern. Am Samstag, den 29. April starten wir fröhlich mit vier Bikes Richtung Nordwest.



Die B85 und ab Cham die B22 bis
Bayreuth sind für uns, bis auf Andrea, die als  Neuling dabei ist, altbekannt. Ein Stück auf die Autobahn A9, um die City von Bayreuth auszusparen, dann auf die A70, gleich wieder runter auf die B85 Richtung Kronach und dann weiter nach Coburg.

Am Königshofener Grabfeld gabs noch mal einen kurzen Zwischenstopp und auch gleich die erste Frage: „… ähm, und das ist nun die Rhön?“ Wie ihr auf dem Foto unschwer erkennen könnt war die Gegend um unseren Parkplatz bestenfalls hügelig, aber auf keinen Fall „gebirgig“. Sabin konnte uns aber beruhigen, denn diese Gegend ist sozusagen der „Gäuboden“ vor den Bergen.

So genossen wir unsere prall gefüllten Eisbecher (Erdbeerbecher = Glas + Erdbeeren + Eis + Erdbeeren + Sahne + Soße) für 3,50 inmitten der Flaniermeile bei strahlendem Sonnenschein – hach, wenn vier Engel reisen …….

Nachdem unsere gekühlten runden Bäuche wieder auf die Mopeds gepackt waren gings nun zu unserem Quartier. (Auf der Strecke lag noch der Galgenturm, der heute als Aussichtsturm dient. Ein Erlebnis da raufzukommen, aber wir haben es ALLE geschafft.) Ein ganzes Stockwerk nur für uns, inkl.   Verpflegung durften wir für zwei Tage unser eigen nennen. Der Empfang von Sabins Eltern war sehr herzlich und wir fühlten uns von Anfang an richtig aufgehoben.

Abends, nach 400 Kilometern und sieben Stunden Anreisezeit, gönnten wir uns mit Sabins Eltern im Sturm, einem Motorradhotel mit erstklassigem Ruf, einen gemütlichen Abend mit spitzem Essen, wie Spargel, Kartoffelgulasch, Tafelspitz, ….. bis wir so um 23.00 Uhr todmüde ins Bett fielen.

 

Morgens um 9.00 Uhr ging es dann, dank der super ruhigen Nacht und den gemütlichen Matratzen, erst langsam los. Frühstück, Tourplanung und wir saßen um 10.30 Uhr wieder auf den Bikes.

Sabin führte uns ein Teilstück durch die Rhön. Als erstes gings auf kleinsten Straßen durch den ehemaligen aber noch gut erkennbaren Grenzstreifen nach Thüringen, dann in den Biosphärenpark auf den Hochrhönring, wo es ganz schön kalt gepustet hatte. Danach irgendwie wieder rum – ich hab dann irgendwann die Orientierung verloren – bis sie uns dann unserem Schicksal wiederum irgendwo überlassen hat, um ihre Freunde am Nachmittag noch besuchen zu können.


Somit packten wir unsere Karte aus und stürmten, nun waren wir ja wieder orientiert, auf die Wasserkuppe (950 Meter) dem Motorradtreff schlechthin. Schlecht konnte es einem da auch werden. Locker hundert Motorradfahrer, Wanderer, Familientouristen und Flugbegeisterte säumten den Platz. Denn was wir noch nicht wussten, war, dass die Wasserkuppe eben nicht nur ein Treff für Bikes, sondern auch der beliebteste Ausgangspunkt für Wanderer in die Biosphäre ist und zudem ein Infocenter der Biosphäre und einen Segel- und Motorsportflugplatz beherbergt.

 

Nach einem ausgedehntem Spaziergang, einem Kerzchen in der Stadtkirche, einer kleinen Stadtführung durch den historischen Kern gings dann abends noch in Sabins Stammkneipe (Mellrichstadt hat wohl nur so um die zwei). Eigentlich war für den Wirt schon Schluß für heute, brachte uns aber trotzdem noch die bestellten Getränke, die, um wohl leichter rechnen zu können, jedes 1,80 Euro kostete.

Beim Nachhausegehen packte uns die Wehmut der Heimfahrt. Aber was halfs? Nichts. Um 9.00 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, uns von unseren Herbergseltern verabschiedet und los gings. Um die bevorstehenden 400 Kilometer ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten, wählte Sabin nun eine Strecke, die uns über Bamberg führte. Alternativ zur Autobahn nahmen wir dann die B22, die uns noch einen kleinen Einblick in die Fränkische Schweiz bot.

Danach war wieder alles Routine. So kamen wir abends zwar abgekämpft, aber glücklich mit dem Gefühl ein tolles Wochenende verlebt zu haben, wieder zu Hause an.

Liebe Grüße an Alle:
Sonja, Andrea und Evi

 

 


Ein verlängertes Wochenende
stand nun bald vor der Tür und wir, Sonja und ich, wollten mit meiner alten Freundin Andrea eine ausgedehnte Motorradtour in die Alpen starten.
Wir wollten schon lange mal miteinander was unternehmen, aber irgendwie klappte es nie so richtig.

Jetzt war es aber soweit! Wir brüteten am Telefon einige Male über das Ziel, konnten uns aber nicht so recht für die lange Unterhosentour in die Alpen erwärmen.

Aber welche Alternative?
Mittelgebirge? Welches? Bayerischer Wald – ach ne, da sind Tagestouren besser. Fichtelgebirge? Da sind wir meistens mit dem Frankentreffen unterwegs, da wollen wir mal nicht vorgreifen.
Ratlosigkeit machte sich breit. Die Lösung kam an einem Stammtischabend. Sabin erzählte, dass Sie ihre Eltern besuchen wolle und diese wohnen? Genau, in der Rhön.





In Coburg machten wir dann einen Tourguidewechsel und Sabin führte uns auf der B279 über das Königshofener Grabfeld nach Mellrichstadt.




















Beruhigt folgten wir Sabin weiter nach Mellrichstadt, fuhren einmal durch und landeten nach weiteren 6 Kilometern in Ostheim, bei einer super tollen Eisdiele. Sabin erklärte uns auf Nachfrage, dass Ostheim wohl der Treffpunkt für Jung und Alt schlechthin ist. Historisch ist das sogar begründet, da Ostheim evangelisch ist und im Gegensatz zum katholischen Umland viele Vergnügungsmöglichkeiten bot, die anderswo nicht „gestattet“ waren.






Nun war es so um 15.00 Uhr und wir konnten Sonja, die wiederum demokratisch gewählt die Führung übernahm und sich ebenso demokratisch überreden lassen musste, Richtung Kreuzberg, dem 2. höchsten Berg (928 Meter) starten. Die Strecke war dann noch mal ein Zuckerstückchen, rauf, runter, links, rechts, wieder rauf, zum Parkplatz – Parken für 1,50 Euro / Bike – nee Danke – wieder ein kleines Stückchen zurück, kostenlos geparkt und trotzdem einen herrlichen Blick auf die Rhön, es geht doch.





Nach all den Natursehenswürdigkeiten gelüstete es uns ganz profan nach den versprochenen Schlemmereien von Sabins Mutter.

Erdbeerkuchen, Käsekuchen und Kaffee warteten schon auf uns. Nach einer guten halben Stunde und einem schönen Kaffeeplausch kam dann auch Sabin zurück und ließ sich berichten was wir denn so erlebt hatten.

 

 

Trotzdem fanden wir ein kleines Plätzchen für uns, ergatterten ein schönes Foto (ganz allein stehen wir da, so für 5 Sekunden), kosteten eine Rhönbratwurst mit Limo und sahen uns das fast verwaiste Infocenter an.

 





Die Rhön haben wir zwar auf dieser Strecke wohl nur zu einem Teil erkunden können, doch sind wir nun in unseren Ortskenntnissen geschult. Wir haben nicht nur 3 Länder (Thüringen, Hessen und Franken) durchquert, nein, wir haben auch gelernt, das es eben auch eine bayerisch-fränkische und eine hessische Rhön gibt. Ich glaube die haben sich ebenso lieb wie wir hier uns mit den Österreichern verstehen. Egal, ob Staatsgrenze oder Bundeslandgrenze, die Witze und Nettigkeiten sind überall ähnlich lieb gemeint.

 

 

Auf diesem Wege möchten wir (Andrea, Sonja und ich) uns nochmals bei Sabin und ihren Eltern für die nette Unterbringung, die Einladung zum Essen und für die kleine geführte Tour bedanken.

Vielleicht schaffen wir es auch noch mal den Rest der Rhön zu erkunden.