Women on Wheels

Urlaub in den Alpen 2010

Dieses Jahr war ich mit meinem Mann nach mehrjähriger Abstinenz endlich mal wieder mit den Motorrädern in Sommerurlaub. Es ging nach eine Woche nach Südtirol und dann noch ne Woche in die Steiermark, wo wir mit Freunden verabredet waren.

Die Anreise nach Naturns (kurz vor Meran) war kurventechnisch nicht so interessant, denn wir mussten Hauptrouten benutzen um die über 600Km`s zu bewältigen.

An unserem esten Tag sind wir das Ultental gefahren, das Wetter war schön und die Strassen recht voll... Wochenende ebent, dieses Tal ist wunderschön und kurvig zu fahren, wie ich von früher weiss, ab St. Gertraud war es sehr anstrengend, als uns dann die Fahrradfahrer überholt haben, weil wir mit den Mopeds nimmer an den Autos und Wohnmobilen vorbei konnten.

Am Ende wurden wir von einer super tollen Aussicht auf den Weißbrunner See belohnt, da waren Kühe und dazwischen auch Urlauber mit Sonnenschirmen am Ufer, sehenswert!

Wir waren auch aufm Gampenjoch und MendelSPASS bis zum Kalterer See, diese Strecke ist wirklich zu empfehlen, wenn wir auch auf dem Rückweg wieder Ärger mit LKW-Kolonnen hatten so zwischen Auer und Cavalese... da weiss man als Monstertreiberin gleich wieder worauf man sitzt, denn das Sitzfleisch meldet sich unerbittlich.

Am 3. Tag musste ich mit den Halbschuhen fahren, da meine Motorradstiefel beim Schuster waren und das war von der Luftkühlung her seeeeeeeeeeeeeeeehr angenehm bei über 30°C!!!

Wir sind von Bozen Richtung Brixen – Waidbruch – St. Ulrich – St. Christina –Wolkenjoch und dann die Sellarunde – Passo Pordoi – Passo di Campolongo – Varda – Stern – Abtei – St. Leonard – Pederola – St. Martin – Untermoi – Kurtatsch – Vilnösser Tal.

Schöne schmale Strassen, wenig befahren, unterwegs haben wir eine Dorfschenke gefunden, da waren gerade allle in der Mittagspause zum Kartenspielen und wir mittendrin...

Am Kurtatsch haben wir dann einen sehr schönen Picknickplatz gefunden, die Jausestation wäre aber auch nicht weit gewesen. Diese Strecke schien mir auch sehr abgelegen und ländlich, was sich verkehrsaufkommen-technisch auszahlt, wenn man im Juli in Südtirol ist und ständig WoMo`s um sich rum hat.

Auf dem Hinunterweg haben wir noch einen Schweden mit ner VFR kennengelernt – ich glaub der hat noch zäheres Sitzfleisch als ich.

Die Abende haben wir in unserer Ferienwohnung bei Kronkorkenwein direkt vom Erzeuger genossen – Schlürf.

Ein zwei Tage haben wir auch mit bummeln und Eisessen verplempert, waren ja schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Über den Jaufenspass kann ich nur sagen: Tolles Kurvenschwingen, bei schöner Aussicht unterbrochen von Tournanti`s auf gutem Fahrbahnbelag, da lacht das Monschterfahrerinnen Herz.

Die Weiterreise nach Österreich und in die Steiermark haben wir u.A. durch das Gailtal und das Lesachtal gemacht, beide auch sehr empfehlenswert. Was noch eine wichtige Anmerkung an dieser Stelle ist: In Österreich sind die Berge zwar net ganz so hoch, aber dafür die Strassen fast immer frei, sogar im Juli.

Wir waren in St. Ruprecht im einzigen Gasthof mit einer Freundin aus Wien und noch 2 Freunden aus FFM und Amsterdamm verabredet. Dort habe ich dann auch erfahren, dass der Schotterweg bis zu unserer Hüttn 8Km lang ist und Kehren beinhaltet – Uff!

Ich hatte dann auch jeden Tag 2X das Vergnügen auf bretthartem Fahrwerk und miteingeschlafenen Händen an der Hüttn bzw in St. Ruprecht anzukommen – wobei auf der Fahrt hinunter immer gleich die ganzen Unterarme taub wurden. Der fette Hinterreifen wollte partout jeder Regenrinne nachlaufen und der Lenker musste gut festgehalten werden, wenn mir mal wieder ein Loch oder ein besondert netter Stein den Lenker verreissen wollte. Den Anderen auf ihren Enduros hat die Passage wohl eher Spass gemacht...

Belohnt wurde ich jedoch von einer wirklich gemütlichen Hütte mit bombastischer Aussicht auf der Gstoder-Alm.

Gemütlich v.a. deshalb, weil wir da oben keine Strom hatten und das Wasser mussten wir draußen am Brunnen holen – direkt über dem Herzelhäusel – ein Traum!

Die erste Handlung nach dem Hochfahren war eine zu Zigarette zur Belohnung, die zweite das Handy auszuschalten. Ab diesem Moment war ich völlig Zeitlos bis ich wieder Zuhause in Stuttgart ankam.Auch in der Steiermark sind wir tolle Touren gafehren, dank unserer Tourguide die ja die Gegend schon von Kindesbeinen an kennt.

Hier sind ein paar Routen im Kurzdurchlauf:

Gstoder alm – Tomatal – Bundschuh – Innerkrems – Nockalmstrasse (gebührenpflichtig – aber lohnt sich) – Turracherhöhe (von der unsere Guide behauptet hat die Strasse sei wohl am Stammtisch mit Biergläsern als Schablonen geplant worden)

Murau – Lassnitz – Metnitz – Zammelsberg – Stald an der Mur

Dazwischen waren wir auch Eierschwammerl (Pfifferlinge) suchen und die haben sich gut versteck, das könnt ihr mir glauben!

Ansonsten hatten wir ja Morgens immer schon gezwungenermaßen viel Gemütlichkeit, wenn wir Kaffee wollten mussten wir ja zuerst mal Feuer im Herd anmachen und Wasser dafür am Brunnen holen. Danach stieg dann einer von uns in den Keller, dort waren die kühlpflichtige Lebensmittel aufbewahrt und während des Frühstücks wurde auch gleich Wasser zum Spülen hinterher erwärmt.

Zwischendurch waren wir auch schwimmen an einem kleinen öffentlichen Strand am Goggausee, das ist mit 20°C wohl einer der wärmeren Bergseen dort in der Region und die Wasserqualität ist auch super, dort gibt’s sogar Krebse und Muscheln.

Abschließend muss ich sagen, auf die Hüttn in der Steiermark fahre ich jeder Zeit wieder, trotz der anstrengenden Schottereinlage – an Ende der Woche ging das auch ganz gut, da waren nur noch die Schotterkehren für eventuelle Schweißausbrüche meinerseits verantwortlich...

Sara
Stammtisch Stuttgart