Women on Wheels

Tagebuch Dolomitentour Sept. 2007
Margitta Bieker

Mein erster Motorradurlaub in den italienischen Alpen mit meiner Lady (Honda CBF 600 SA) in Begleitung von Wolfgang mit seiner Varadero -
ein unvergessliches Erlebnis!
Das perfekte Kurventraining im Niedriggangbereich, Temperaturen für Bekleidung in Zwiebeltechnik, Härtetest bei Dauerregen für Bekleidung und Nerven!

03.09.2007
Tempo allgemein
bis Langenau

Mein Visier ist eine Zumutung, das Wetter auch. Deshalb wurde nur mit Tempo 120 km/h gefahren, und das ist keine Reisegeschwindigkeit für eine Varadero! Es wurde immer schlimmer, je näher der Süden rückte, die Stiefel wurden undicht, das 3. Paar Handschuhe war auch schon nass.
Wie schön, dass es Gasthöfe gibt, mit Einstellplätzen für Motorräder, direkt neben der Pferdebox. Morgen wird es weiter regnen, aber zum Glück nur ein paar Grad kälter. Und bald ist Südtiriol in Sicht!

Bis Bozen
4.9.07

Am Montag haben wir die A7 bei Langenau verlassen und im Ort ein schönes Hotel gefunden. Zuerst stach natürlich das beste Hotel am Ort ins Auge. Doch als man mir sagte, eine Übernachtung solle 79 Teuronen kosten - puh, das war schon viel. Ich meinte zum Hotelier, da würd ich mich erst noch beim Hotel Garnie informieren, an dem wir vorbei gefahren sind.
“Das würd ich Ihnen jetzt nicht empfehlen”, meinte er. Kann ich ja auch verstehen, wenn man ein eigenes Hotel besitzt…”Also wenn Sie mir schon was empfehlen würden, was würde das denn sein, wenn es mit Gaststube und urig sein sollte?” fragte ich Ihn. Da empfahl er die Linde und meinte, wir sollten einen schönen Gruß ausrichten.

Die Moppeds kamen in der Scheune unter und der Schlafraum war - urig.
Die Weiterfahrt verlief zunächst ohne Probleme und auch nahezu trocken. Als wir die A7 allerdings verlassen hatten und Richtung Fernpass unterwegs waren, erwischte es uns vor Reutte extrem nass.

Eigentlich war der gesamte Weg bis zum Reschenpass eine Regenstrecke.
Kalt war’s natürlich auch dabei…oben auf dem Reschenpass kam das erste Mal die Sonne durch, und ich konnte die Berge das erste Mal ohne Wolken sehen.
Vom Reschenpass weiter Richtung Meran war dann weiter kein Problem. Dann noch die Schnellstrasse nach Bozen und schwups sind wir in Welschnofen.

Haben wir gedacht. Aber in Bozen…war Chaos angesagt. Ich hatte das Falk N200 Navi dabei. Das kannte sich scheinbar in Bozen auch nicht so gut aus. Aber: Als ich erst mal geschnallt hatte, dass da diverse Kreisverkehre entstanden sind, die noch nicht im Navi waren, konnte ich so halberlei erkennen, wo es lang gehen sollte.
Und tatsächlich - plötzlich war der Abzweig auf die SS 241 zu sehen - und ich hab nur noch Gas gemacht. Geile Strecke - die für alles entschädigte, was vorher war.

Letzte Hürde war dann die Auffahrt zum Hotel. Steigung ca. 30 Grad!! Ungelogen! Meine Lady scheute ein wenig und musste schlussendlich von meinem Varaderoprofi nach oben verbracht werden, ich bin zu Fuß gegangen. Peinlich.


Welschnofen

0 5.09.07
Heute erstmal dem Muskelkater gefröhnt, der durch das lange Fahren entstanden ist. Trotzdem zuerstmal Kaffee, Speck und Honig gekauft. Ganz zu schweigen von meinem Schüttelbrot, nur, wenn die Kronen durchhalten!

Gegen 14 Urh sind wir zum ersten Wandertripp aufgebrochen. Vermeintlich auf einem ausgeschilderten Weg. Karten hatten wir noch nicht. Nun wissen wir, das es ein Saumpfand war: Schwieriger Steig - nicht markiert. Oben an der Frommer Alm angekommen erstmal Kaffe und Apfelstrudel gegessen. Und während wir da so saßen und aus dem Fenster schauten, fing es dann an zu Schneien! Naja, zum Glück nicht fest und auch nicht dauerhaft. aber ist schon dolle, wenn die Sonne so strahlt und es taumeln Schneeflocken durch die Luft! Der Abstieg war dann der ausgeschilderte Weg. Schön breit und voll des rutschigen Schotters. Gut, dass wir den nicht hochgegangen sind!

06.09.07
Anstieg auf die Kölner Hütte


2300 m hoch, bei eisigem, in Böen aufbrausenden Wind. Alles an Vlies, was im Rucksack war, angezogen, einschließlich neu gekaufter Handschuhe und Strickkniestrümpfen aus reiner Schaffwolle. Hat den Vorteil, dass die nie stinken, egal wie lange getragen. Sie müssen nur gelüftet werden - ehrlich! Fahrt im Sessellift bis 600 Höhenmeter unter die Hütte.

Blick auf viele Pilze, sogar Steinpilze. Pflücken darf man hier gar nichts, keine Pilze, keine Preiselbeeren. Beim Essen auf der Hütte im Kaiserschmarren dann die Überraschung - ein kleiner blauer Hemdknopf in der Preiselbeermarmelade, was den Kellner nicht beindruckte. Wolfgang scannte sein Hemd auf einen fehlenden Knopf, er war es wohl nicht. Nun ja, Glasscherben im Schnaps oder Fingernägel im Reis sind schlimmer, ersteres gefährlich, zweiteres unhygienisch. Man weiß ja nicht, wo der Fingernagel zuletzt war, bevor er ins Essen fiel.

Jedenfalls sorgte der Knopf in den Preiselbeeren für Lachanfälle bei mir, die bis zum Abend anhielten. Mit dem Wetter hatten wir wieder Glück, gute Sicht, schöne Fotos vom Rosengarten. Viele Steine, schwere Beine, weshalb wir uns den Abstieg mit dem Sessellift versüßt haben, dick eingepackt bis zum Kopf, so kalt war mir im September schon lange nicht mehr.

In Meran gab es heute einen heftigen Sturm. Gut, dass wir nicht wieder zurück gefahren sind. Über das Timmelsjoch werden wir auch nicht fahren (2400 m), denn das ist jetzt schon zu.

Pässe, bis das Licht ausgeht!

07.09.2007

Heut fing der Tag mal so an, wie er im Urlaub immer anfangen sollte: Blauer Himmel Sonnenschein und wenn man rausgeht ist’s …naja, so richtig warm war es heut Morgen noch nicht. Aber über den Mittag konnten wir uns schon in die Sonne legen!
Zum Nachmittag hin wollten wir dann noch ne kleine Tour unternehmen.

Also ging es über die 241 über den Karer Pass nach Vigo di Fassa. Dort auf die 48 Richtung Canazei. Von da aus dann nördlich über das Sella Joch mit 2240 Metern schon dem Himmel sehr nah. Weiter über das Grödner Joch. Zum Abend was für den Magen haben wir uns in Cortine d’Ampezzo genehmigt. Als wir mit unseren Pizzen (wär hätt’s gedacht) fertig waren zeigte uns ein Blick zur Uhr, dass es schon 19:15 war! Wie doch die Zeit vergeht! Über den Falzarego Pass (2117Meter) ab nach Arabba. Dann war es auch schon dunkel. Da wir uns schon immer die Berge im Dunkeln ansehen wollten, mußten wir das Pordoj Joch (2239Meter) im Schein unserer Scheinwerfer erklimmen. Ehrlich gesagt: Es gibt nichts bekloppteres, als so einen Pass im Dunkeln zu fahren.
Lauter 180° Kehren und der Blick sieht nicht, wann die Kurve wo aufhört. Aber irgendwie hatten wir uns mit der Zeit total vertan. Selbst für läppischen 50 Km braucht man hier schonmal locker ne Stunde und mehr. Das es dabei kalt war ohne Ende, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Gegen 21:45 waren wir dann auch mal wieder in Welschnofen. Da diese Bergkälte offensichtlich nur von solchen Städtern wie wir wahrgenommen wird - die Heizung war nicht eingeschaltet - haben wir auf die bewährte Methode zurückgegriffen: Alle Herdplatten anmachen…it works!! Auch wenn das Licht dabei etwas dunkler wird.

Spritztour ohne Pässe

08.09.2007

Heute sind wir, nach den Erfahrungen von gestern, eine etwas kürzere Strecke gefahren. Über die 241 gen Osten bis auf die 48, südlich bis nach Moena. Von dort östlich über Falcade bis nach Cencenighe. Nach einem Cappo gings dann weiter nördlich auf der 203 bis nach Selva d. C. Über Rocca Piétore erreichten wir dann wieder Canazei. Den Weg von dort über Mazzin und Vigo di Fassa kennen wir ja bereits. Anschließend haben wir dann gepackt, denn morgen geht’s Richtung Bruneck. Dort haben wir bis nächsten Sonntag wieder eine Ferienwohnung gebucht. 40 Euro die Nacht incl. Endreinigung - nicht schlecht. Könnt ihr euch angucken unter www.residence-oberhauser.it. Mal sehen, ob es so gut ist, wie es aussieht.
Die Bilder von heute sind auch schon hochgeladen - allerdings noch keine Kommentare dabei. Das ist bei der langsamen Internetverbindung sehr mühsam. Wird wohl erst etwas werden, wenn ich wieder zu Hause bin.

Auf zur nächsten Station

09.09.2007

Sodele - heute war Umzugstag.
Von Welschnofen sind wir rauf nach Bruneck gefahren. So ganz weit ist das ja nicht - haben wir Ruhrgebietsverwöhnten Städter so gedacht. Aber auch hier ist sonntags ausgiebiger Ausflugsverkehr. Und auf den engen Strassen mit den vielen Kurven ist das kein Spass.Über Canazei ging es rauf auf den Pordoi-Pass. Diesmal im hellen! Oben angekommen sind wir dann noch mit der Seilbahn bis janz oben rauf auf knapp 3000 Meter. Verdecken kalt dort.

Und nachdem wir uns dann noch einen Flattermann genehmigt haben, fuhren wir dann zuerst runter - und dann auch weiter Richtung Arabba. Dort haben wir trotz Navi einen Abzweig verpasst, der auf die 244 führen sollte. Die Strassenschilder sind hier auch reine Interpretationssache…Macht ja nix - sind wir also noch eben über den Falzárego und den Valparola Pass gefahren, um endlich nach Norden Richtung Bruneck zu kommen. Das Navi hatte großspurig die komplette Adresse in der Karte angezeigt und als wir dort eintrafen, war es dann die Müllkippe und das Heizkraftwerk. Aber wir konnten Luftinie das Haus schon sehen, wie ein kurzes Telefonat zeigte.
Ein paar Bilder zeigen die Wohnung - echt vom Feinsten! Nur gibt’s kein Restaurant oder dergl, dass zu Fuß zu erreichen wär.
Naja - man kann nicht alles haben. Und so ist’s schon gut!

Pyramiden im Pustertal

10.09.2007

Heute war ein harter Tag, Vorräte für eine Woche einkaufen, Maschinen in der Waschbox säubern, lernen, alleine als Frau die MASCHINE aufzubocken.

Wie sich herausstellte, hatte ich nur die falsche Technik: Nicht am Heck ziehen, sondern am Kofferträger quasi hochheben. Das Abbocken ging dann garnicht mehr, weil es leicht in der Box bergauf ging. Wippe hin und her, vor und zurück.
Also wieder abgestiegen, Seitenständer raus und Moped von Hand runterbocken, na also, geht doch.

So - dann zu den Erdpyramiden gefahren,
45 Minuten Fußweg. Alles an Wanderutensilien in die Koffer und auf dem Parkplatz umgezogen, nur die Stöcke fehlten - leider. Bergab sind Stöcke halt nur durch Stöcke zu ersetzen.
Diese Pyramiden entstanden durch einen Erdrutsch vor mehreren 100 Jahren und verlegten einen unwichtigen Weg von Tal zu Tal. Also haben sie nichts unternommen - was gut war, denn nach weiteren 100 Jahren gab es ein erneutes Unwetter, welches einen tiefen Graben riss- die Folge waren Formationen, die durch einen Deckel, nämlich einen schweren Stein geschützt, sich wie Stalagniten in einer Tropfsteinhöhle empor schraubten.

Diese verändern jedes Jahr ihr Aussehen, viele erinnern an Pilze oder an die Freud’sche Theorie vom Geschlechtsneid der Frauen.
Also schaut euch halt die Bilder an.
Weiter danach Aufstieg zur Gönner Alm, eine kleine Vollholzhütte auf 2000 M, bewirtschaftet von einem Almöi - wie bei Heidi und Peter im Buch beschrieben.

Er lebt dort wohl allein mit ein paar Kühen, servierte einen Capuchino aus der Tüte, das Wasser erhitzte er auf einem Gasofen dann selbst, und er trug die trationelle blaue Schürze, die alle traditionellen Männer in Südtirol tragen. Sonntags ist diese Schürze dunkelbraun und gestärkt, damit gehen sie auch zum Kirchgang.

Stolz berichtete er von seinem Totschlag an 22 Wespen, die er zuvor mit Bier und Limonade hinterhältig in einem Glas betrunken machte. Diese wehrlosen Kreaturen, besoffen und nur am zappeln, waren ihm also hilflos ausgesetzt. Das ganze in einem Dialekt, der schmunzeln lässt.
Was vom Tage ürbrig blieb: Muskelkater vom runtergehen, betäubt mit Becks Bier und Weihenstephan Weißbier, super Forellenfilet mit Knoblauch und gebackenem Brötchen vom Morgen, echt eine super Gegend, herzliche Menschen, auch bei den Nachrichten von Bozen: “Schön, dass Sie mit uns waren…”

Auf Pfaden abseits der Route

12.09.2007

Heute war also wieder Laufen angesagt, nach gestrigem Power-Shopping in Bruneck wieder eine Abwechslung.

Rauf zum Pragser See, 1300 m hoch, die Motorräder kostenlos auf einem separatem Parkplatz abgestellt, Boden in Echt-Natur, zum Sichern der Maschinen lagen Holzscheite herum.

Sehr viele Menschen, die aus Bussen strömten, stammten aus der älteren Generation, vor der wir Reißaus nahmen. In Trauben hingen sie vor dem Souvenirladen, allerdings großartige Kulisse von Schwarzwaldklinikcharakter.

Da wir endlich eine Wanderkarte hatten, (allerdings von Kompass, die sind nicht topografisch!) planten wir einen moderaten Aufstieg von 300 Höhenmetern, um uns auf die Tour am Freitag einzustimmen, die soll den ganzen Tag gehen, inklusive Steig.
(Das sind die roten Punkte auf den Wanderkarten).

Wir suchten also den Abzweig, der in der Karte mit schwarzen, unterbrochenen Strichen markiert ist und fanden ihn sogar. Es folgte eine Querung auf Geröllfeld mit weißen Kieseln, mit reichlich Konzentration gelang uns diese, ohne nennenswert ins Rutschen zu kommen, und am Anfang sah alles gut aus - der Weg, der eigentlich kein offizieller ist, war gut zu sehen.
Irgendwann verlor sich das. Eine gute Aussicht von oben, wo keine anderen Wanderer sich hin verirrten, aber dann wussten wir nicht mehr weiter, eine falsche Richtung hatten wir schon hinter uns.

Die Gefahr, wenn wir aufs Geratewohl weiter absteigen, irgendwann an einem Abgrund zu stehen und das Ganze wieder hochlaufen zu müssen, war so groß, da auch die Zeit inzwischen weit voran geschritten, dass wir uns zum Umkehren entschlossen.
Also das Geröllfeld ein 2. Mal queren, dafür trafen wir aber zur Kaffeezeit wieder an der Grünwaldhütte ein.

Hier gab es keinen Kaffee, sondern nur gespritzte Säfte (das sind verdünnte Fruchtsäfte, gespritzt wird in Süd-Tirol nur auf Apfelplantagen), kosteten immerhin 5 Euro.
Und nun plagt uns wieder der Muskelkater in den Oberschenkeln, obgleich wir dieses Mal die Wanderstöcke auf der Soziusbank mitnahmen.
Morgen ist wieder Motorradfahren dran, das Wetter wird immer besser, heute war der Himmel wolkenlos. Schaut doch einfach die Bilder von dem herrlichen See an. Warum haben alle Bergseen grünes Wasser???

Zum Abendbrot machte ich dann die Klöße von gestern in der Bratpfanne warm, wie früher meine Großmutter. Echt, die Tiroler Küche ist nahrhaft, den Rest besorgt das Weißbier.
Schön, dass ihr mit uns ward.

3 Zinnen - janee, is klar!

13.09.2007

Nach der gestrigen Tour in unbekanntes Gebiet, haben wir es heute wieder etwas langsamer angehen lassen.

Wir sind ja in Urlaub und nicht auf Abbeit, gell?
Also zunächstmal lange geschlafen und gegen Mittag Einkaufen gewesen. Pasta, Käse und bisken Bier. Dann so gegen 14 Uhr aufgebrochen Richtung 3 Zinnen. Ist eine angenehme Fahrt mit dem Mopped gewesen. Auf dem letzten Stück wurden dann 10 Teuronen Maut fällig, um bis zur Hütte zu gelangen.

Oben angekommen, wollt ich nun wissen, wo denn wohl die 3 Zinnen sind.

Alle Berge und auch diese hier sehen ja doch eher ausgefranst aus, als das man von Zinnen reden könnt. Zwar gibt es Fotos (oder vielleicht nur Fotomontagen??), auf denen sie herrlich zu sehen sind - wir hatten allerdings nicht das Vergnügen. Wahrscheinlich ist es so wie im Leben: Man braucht manchmal einfach den nötigen Abstand, um die Dinge im rechten Licht zu sehen… Kein Problem, dachten wir. Gehen wir also noch ein Stück des Weges, der um die Berge herum geht.

Und das auf 233o Meter Höhe und in Mopped Klamotten. Allzuweit sind wir dann doch nicht gekommen. Der gesamte Rundweg soll 4 Stunden dauern (so munkelt man) - und das wollten wir uns dann doch nicht zumuten.

Aber für schöne Bilder hat’s allemal gereicht.
Auf der Hütte haben wir uns noch lecker Kuchen und nen Cappo gegönnt. Allerdings roch es doch sehr stark nach Mensch. Was ja auch kein Wunder ist, denn nicht jeder benutzt zum Aufstieg das Mopped oder Auto. Das ist dann schon eine schweißtreibende Angelegenheit.

Auf dem Rückweg mußten wir dann vor einer Baustellenampel warten. Der Stau davor war ja auch nur ca. 2 km lang. Da die gesamte Strecke bis zur Ampel gut zu überblicken war, haben wir vom Vorteil des Moppeds gnadenlos Gebrauch gemacht, die Schlange kurzerhand überholt und - schwups - waren wir vorbei.

Ach ja - das ist überhaupt so eine Geschichte hier in Italien. Verkehrsregeln und deren Auslegung: Eine durchgezogene Linie scheint eh nur dann zu gelten, wenn Gegenverkehr kommt. Ist frei, kann auch überholt werden. Egal ob Mopped, Auto oder LKW: Diese Art der Auslegung scheint allgemeingültig. Naja - Hauptsache wir halten uns wieder dran, wenn wir zurück in Deutschland sind - kann man sich nämlich schnell dran gewöhnen, an sowas ;-))

Tag der Höhenmeter am Pragser See

Wieder bei herrlichem Sonnenschein sind wir heute morgen ziemlich früh um halb acht aufgestanden, um die eine letzte, dafür größere Tour an Höhenmetern anzugehen. Ausgangspunkt sollte wieder der Pragser See sein, er liegt 50 km in südöstlicher Richtung von Bruneck. Wegen einer Baustellenampel mit mind. 2 km Stau davor brauchten wir für den Hinweg eine Stunde. Angekommen am Pragser See erblickten wir sogleich die obligatorischen Reisebusse, aus denen unglaublich viele Menschen quollen. Also nichts wie weg in die Höhe. Die Uhr zeigte 11.00 Uhr.
Vor uns lagen immerhin 900 Höhenmeter bis zur Seekofelhütte, nach dem Wanderführer in 3,5 Stunden zu erreichen. Das kam mir schon sehr schnell vor, kam aber nicht wirklich hin, genausowenig wie die Wanderkarte, die alles andere als aktuell und topografisch die Wanderwege zeigt.

Weshalb wir die Hütte auch nicht erreichten, nach 3,5 Stunden um 14.30 Uhr waren wir an einer Stelle angelangt, wo ich den Anblick der Hütte erwartet hätte. Beherzt fragte ich uns entgegenkommende Wanderer, zahlreiche sogar, mehr als die, die aufstiegen, das waren eigentlich nur Wolfgang und ich. Das sorgte schon für Beunruhigung, aber die Auskunft, dass es bis zur Hütte auf 2330 m noch immerhin eine Stunde Gehzeit bergan gewesen wären, ließ uns umdrehen. Außerdem wurde es an den Stellen, wo die Sonne nicht mehr hinkam, ganz schön kalt!

Den Steig, der an kritischen Stellen mit Ketten versehen war, hier mussten wir sogar die Hände zu Hilfe nehmen, mit Wanderstöcken war nichts mehr zu machen, wieder zurück. Und runter ist oft schwieriger als rauf, wenn man mal das schwere Atmen beim Aufstieg außer acht lässt.
Bergab waren wir dann nach eindreiviertel Stunde wieder am See, die Hüften knirschten verdächtig, und bei meinen Schultern hatte ich das Gefühl, ich hätte dieses Mal die Beine mit den Armen vertauscht. Aber alles in allem, tolle Bilder, tolle Aussicht, geniale Anstrengung in toller Natur.

Was macht es da schon, noch mit dem Motorrad gen Ferienwohnung nach Luens zu fahren, jedenfalls so lange, wie man nicht absteigen muss?
Morgen ist also unser letzter Tag, am Sonntag geht es Richtung München. Die Frage, wie wir alle die Klamotten wieder auf den Motorräder verstauen, die sich hier so angesammelt haben, ist noch nicht abschließend geklärt.
Kontakt mit anderen Motorradfahrer/innen hatten wir so gut wie gar nicht. Das ist ein bisschen schade, in den Bozener Nachrichten waren jeden Abend diese Woche Meldungen von verunglückten Motorradfahrern, wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat bis jetzt!
Bis bald, und seid weiter mit uns!

Zurück in Deutschland

Sodele - heute sind wir wieder zurück aus dem DoloLand. Bei strahlender Sonne sind wir zur Brenner Strasse und von dort gen Heimat. Auch hier ging es natürlichnicht über die Autobahn…wär wohl aber besser gewesen: Wir standen insgesamt wohl gut 1-1,5 Stunden im Stau, ohne das ersichtlich war, warum.

Wir sind dann an Innsbruck vorbei Richtung Ammersee - Herrsching gefahren. An der dortigen Touristinfo konnten wir uns nur noch an der grossen Tafel erkundigen. Um 19 Uhr ist da sonntags auch niemand mehr. Machte aber nix, denn wir fanden eine Pension etwas ausserhalb, die auch noch halbwegs in unseren preislichen Rahmen passte.

Da wir frisch aus dem Urlaub kamen war es natürlich von Vorteil, eine halbwegs depressive Wirtin vorzufinden, die wohl mal beim Bund gewesen ist:

Sie sprach nur, wenn sie gefragt wurde!

War aber egal, denn wir konnten uns noch ein Bier genehmigen und im Schankraum - hört hört - rauchen.

Dann war auch schon Schicht am Schacht, denn morgen wollen wir mit der Bahn nach München rein zum deutschen Museum.

München

17.09.2007

Heute fahren wir mit der S5 von Herrsching nach München rein.
Wenigstens einen Tag wollen wir im Deutschen Museum verbringen.
Das ist natürlich sowohl für München als auch für das Museum viiiiel zu kurz - macht aber nix.
Und morgen geht’s dann zurück nach Hause!

Nachträglich gesehen werden wir uns bei einem ähnlichen Unterfangen verstärkt überlegen, ob es nicht doch sinnvoller ist, solche weiten Strecken mit dem Autoreisezug zu unternehmen.

Wir hatten halt sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt Pech mit dem Wetter. Wenn man die Übernachtungskosten sowie den Sprit gegen den Fahrpreis aufrechnet, dann könnte es sich schon lohnen. Vom Reifenverschleiß will ich mal garnicht reden…

 

 

Fotos: Wolfgang Körber

Letzte Zuflucht vor dem Ertrinken

Schlimmer gehts nimmer - in Österreich

Handschuhtrocknungsanlage am Heck

Sachentrocknungsanlage

Rosengarten

Latemar

Anstieg Kölner Hütte

So schön kann Wasser sein

Wegweiser für Städter

Wie weit ist es denn noch zur Kölner Hütte?

Sella Pass

Aussicht vom Sella Pass

Blick ins Tal

Abfahrt geschafft

Traumstrecke

Unser Quartier in Welschnofen

Pordoi Pass - Blick zum Gipfel

Erdpyramiden

Abbruchkannte

Eingang zu den Erdpyramiden

Wächter der Zeit

Formationen und Kunst

Wächter bei den Pyramiden

Rauf mit der Seilbahn am Pordoi Pass

So sieht es oben aus - ganz kalt

Blick auf die 3 Zinnen

3 Zinnen von hinten mit Motorradklamotten

Umkleiden zum Wandern

Der Pragser See

Und nochmal Pragser See

Kunst der Natur - Wurzeln suchen sich einen Weg

Deutsches Museum München

Schön, dass ihr mit uns ward!